| 31.05.2010 SZ Kamenz |
Ein weißer Damenschuh aus der RöderVon Andreas Kirschke Was in der Röder so alles liegt! Tomy Kleinstück fischt einen Kochtopf heraus. Andere leere Bierflaschen, Büchsen, Pappen, Bil-derrahmen, Textilien, Reste einer Küchenplatte und sogar einen Damenschuh. Viel Schlamm hat sich angesammelt. Der Jugendclub hat zum Einsatz aufgerufen. Es ist die erste gemeinsame Initiative des Jugendhauses mit der evangelisch-lutherischen Jungen Gemeinde Großröhrsdorf-Kleinröhrsdorf. Sie erfolgt in der 33-Stunden-Aktion der Sächsischen Landjugend. Sachsenweit packen Jugendliche in über 200 Gruppen ehrenamtlich zu. „Damit zeigen sie, dass sie aktiv sind und dass sie sich für das Gemeinwesen interessieren. Etwa 3000 Jugendliche leisten rund 99000 Stunden“, sagt Björn Redmann von der Sächsischen Landjugend. In diesem Jahr benannte sie die frühere 48-Stunden-Aktion in „33-Stunden-Aktion“ um. Die Jugendarbeit in Sachsen wurde bekanntlich flächendeckend um 30 Prozent gekürzt. „Damit drücken die Jugendarbeiter ihren Protest gegen diese Kürzungen aus“, so Björn Redmann. Die Röder immer im Blick„Wir haben die Röder ständig im Blick. Oft fliegt hier Müll rein“, sagt Sozialpädagogin Katja Richter. Mit der Reinigung zeigt die Jugend Verantwortung. Gemeinsam mit Clemens Reimann sorgt Katja Richter für die Betreuung im Jugendhaus. Dessen Träger ist der Deutsche Kinderschutzbund. Gern arbeitet man mit der Jungen Gemeinde zusammen. Von dort kommen heute Manuel Simon, Jonas Heilmann, Theresa Gläsche und andere. „Wichtig ist, zusammen etwas zu bewegen“, meint Manuel Simon von der siebenköpfigen Leitung der Jungen Gemeinde. Obendrein kommt die Reinigung zu passender Zeit. Ist doch vom 11. bis 13. Juni in Großröhrsdorf Einigkeitsfest mit dem beliebten Entenrennen auf der Röder. So wird „freie Fahrt“ geschaffen. Weitere gemeinsame Initiativen von Jugendhaus und Junger Gemeinde sollen folgen. Schon heute kommen Schüler wie Tomy sehr gern ins Jugendhaus. Hier kann er Billard spielen oder Fußball im Hof. Hier kann er im Internet surfen. Hier trifft er Freunde wie Paul und Rocco. „Ich fahre auch gern zu Ausflügen mit“, sagt der Elfjährige aus der Rödertalschule. Im Sommer geht es zum Schwimmen ins Massenei-Bad Großröhrsdorf, ins Georg-Arnold-Bad Dresden oder ins Bad „Elbamare“ Dresden. „Wir waren auch schon zum Bowling in Pulsnitz. Oder im Kino in Dresden. Wir unternehmen sehr viel“, sagt Theresa Gläsche (20). Auch sie zieht es immer wieder ins Jugendhaus. Paul Wauer (14) kommt fast jeden Tag. Musik, Fahrradtouren und Internet begeistern ihn. „Hier kann man viele Freunde treffen. Spaß haben“, meint Sebastian Schölzel (13). Er scheut sich nicht, mit aufzuräumen, zu kehren, zu wischen und zu reparieren. Mit Street-Art-WorkshopMit Norman Pfitzner, Student der Hochschule für bildende Künste Dresden, gestalteten die Jugendlichen im Januar den unteren Raum mit Graffitibildern. Den oberen Raum will man ebenfalls gestalten – mit Plakaten, Tapete und Malereien. Am 13. und 14. Juli ist dazu ein „Street-Art-Workshop“ geplant. Ihn leitet Ulrike Schneider, gebürtige Dresdnerin und heute freie Diplomrestauratorin in Erfurt. Wie zur Röderreinigung hofft man auf viele zupackende Hände. |
| weiter > |
|---|


