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28.05.2010 Sächsische Zeitung

In Obergurig entsteht ein Naturlehrpfad

Von Madeleine Siegl-Mickisch


Die Singwitzer Jugendfeuerwehr arbeitet am Wochenende in der 33-Stunden-Aktion am neuen Naturlehrpfad in Obergurig. Betreuer Marco Hentschel, Christian Schletze und Jugendwart Andreas Berthold (v.l.) waren gestern mit der Ameise als Weg-Maskottchen schon mal vor Ort.Foto: SZ/MSM

Die Weitsprunggrube ist schon da. Der Rindenmulch dafür liegt aber noch daneben auf großen Haufen. Auch ein Zaun muss aufgestellt werden. Arbeit gibt es noch genügend am neuen Naturlehrpfad in Obergurig. Der entsteht auf dem Toni-Weg, der von der Fortschritt-Straße abzweigt. Früher lag dort ein Gleis für die Anschlussbahn des Gnaschwitzer Sprengstoffwerkes.

Auch Eltern helfen mit

Bisher haben Mitarbeiter des Oberguriger Bauhofes, allen voran Heiko Hoffmann, Fundamente für die Anschauungstafeln gegossen, Nistkästen aufgehangen, ein Insektenhotel gebaut. An diesem Wochenende bekommen sie Unterstützung: Die Jugendfeuerwehr von Singwitz wird im Rahmen der 33-Stunden-Aktion aktiv. „Wir verteilen den Rindenmulch und entfernen entlang des Weges Totholz“, beschreibt Jugendfeuerwehrwart Andreas Berthold, was sich seine Gruppe vorgenommen hat. Alle 15 Jungen und ein Mädchen, die zurzeit bei der Jugendfeuerwehr mitmachen, wollen dabei sein, aber auch einige Eltern. Sie helfen bei den schwereren Arbeiten und kümmern sich um die Verpflegung.

Die Singwitzer engagieren sich von Anfang bei der gemeinnützigen Aktion, die 2006 das erste Mal stattfand. Aus Protest gegen die vom Freistaat veranlasste Kürzung von Geldern für die Jugendarbeit dauert sie diesmal nur 33 statt wie bisher 48 Stunden. Über die Rotstift-Politik ärgert sich auch Andreas Berthold. So gebe es für die Aktion weniger T-Shirts und auch keinen Start-Scheck über 20Euro pro Gruppe mehr. Trotzdem wolle man etwas für die Allgemeinheit tun.

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde klappt reibungslos, schließlich war Bürgermeister Thomas Polpitz (Unabhängige Bürgerbewegung) einst selbst Jugendfeuerwehrwart. Bei ihren bisherigen Einsätzen, etwa an der kleinen Janko-Mühle am Mönchswalder Berg oder auf den Spielplätzen in Schwarznaußlitz und Singwitz, haben die jungen Feuerwehrleute auch mutwillig Zerstörtes wieder aufgebaut. Nun hoffen sie, dass der Naturlehrpfad davon verschont bleibt.

Ameise als Maskottchen

Gedacht ist die Strecke mit ihren Stationen, an denen Baumarten bestimmt, Jahresringe gezählt oder verschiedene Arten von Nistkästen betrachtet werden können, vor allem für Kinder. „Sie sollen mit ihren Eltern wieder mehr in die Natur gehen“, sagt der Bürgermeister.

Die Idee dazu entstand in der Tourismus-Arbeitsgruppe der Gemeinde. Deren Mitglieder schauten sich Pfade in anderen Orten an und übernahmen auch die Gestaltung der Anschauungstafeln. Holzgestalter Mario Kott schnitzte Frosch, Hase und weitere Tiere, mit deren Sprungweiten sich die Kinder künftig an der ersten Station des Pfades messen können. Auch das Maskottchen – eine Ameise – stammt von ihm. Die Kinder in Obergurigs Kinderhaus und Grundschule waren aufgerufen, sich Namen einfallen zu lassen. Welcher Vorschlag ausgewählt wurde, wird aber erst zur Einweihung des Weges zum Kindertag am 1. Juni verraten.
 
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